Aufnahme in die Selztalschule

In Rheinland-Pfalz regeln Schulgesetz und Sonderschulordnung das Verfahren zur Aufnahme in eine Förderschule. Danach können Kinder, bei denen ein besonderer Förderbedarf vermutet wird, durch die zuständige Grundschule, bzw. weiterführende Schule zur Feststellung des Bedarfs gemeldet werden. Der Antrag kann nur in einer vom Ministerium festgelegten Zeitspanne eingereicht werden; diese liegt meist Mitte Dezember bis Anfang Februar. Nur in dieser Zeit ist das Online-Portal für die Regelschule geöffnet. Grundlage des Antrages ist ein Förderbericht, der die bisher durchgeführte individualisierte Arbeit mit dem Kind beschreibt und erkennen lässt, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen und ein erfolgreicher Schulabschluss nicht zu erwarten ist. Bei noch nicht eingeschulten Kindern können die Eltern unter Begründung ihrer Vermutung (gestützt auf Aussagen von Kindergartenpersonal und Ärzten) einen Antrag über die Grundschule des Wohnortes initiieren.

Die Meldung erfolgt online und wird über das Portal an die im Schulbezirk liegende Förderschule weiter geleitet. Das Verfahren wird unter der Federführung der Förderschulleitung durchgeführt. Die beauftragte diagnostisch ausgebildete Lehrkraft beobachtet das Kind in der Unterrichtssituation (Klasse oder Kindergartengruppe), führt die erforderlichen Tests durch (je nach Fall Intelligenz-, Schulleistungs-, Schulreife-, Wahrnehmungs-, Entwicklungs-, Verhaltens-, Sprach- oder sonstige Tests). Es gibt ein Anamnesegespräch mit den Eltern und vorliegende Berichte werden gesichtet. Zum Verfahren gehört auch eine amtsärztliche Untersuchung. Diese kann –ebenso wie die diagnostische Arbeit der Förderschullehrkraft- nicht verweigert werden (Bußgeld).

Die ausgewerteten Ergebnisse fließen in ein „Sonderpädagogisches Gutachten“ ein, das mit einem „Fördervorschlag“ endet. Wird kein besonderer Förderbedarf festgestellt, verbleibt das Kind an seiner bisherigen Schule und erhält Maßnahmen, die aus dem Gutachten hervor gehen. Bei vorliegendem besonderem Förderbedarf kann das Kind auf eine Förderschule wechseln oder als „Integrationskind“ eine Schwerpunktschule besuchen. Dort wird es nach dem Lehrplan der Förderschule unterrichtet und auf deren speziellen Abschluss vorbereitet. Dies wird im Zeugnis jeweils vermerkt.

Die Selztalschule ist Stammschule für mehrere Schwerpunktschulen in ihrem Bezirk.

Das fertige Gutachten wird den Eltern durch die Leitung der Förderschule eröffnet. Im Gespräch findet auch eine Beratung bzgl. der weiteren Beschulung statt: der Elternwunsch wird vermerkt und mit der Stellungnahme der Schulleitung an die Schulbehörde geleitet. -  Die Behörde (hier die ADD Neustadt ; Förderschul-Referat) trifft die Entscheidung auf der Grundlage des Gutachtens und der Stellungnahme; beides geht online dem zuständigen Beamten zu. Da es sich um ein Verwaltungsverfahren handelt, wird den Eltern eine Widerspruchsfrist eingeräumt.

Für die Aufnahme an der Selztalschule muss das Gutachten den „besonderen Förderbedarf im Sinne der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen“ ausweisen (weitere Schwerpunkte sind : Sprache, ganzheitliche Entwicklung, motorische Entwicklung und sozial-emotionale Entwicklung; sie werden in eigenen Förderschulen abgedeckt).

Regional gehören zu unserem Einzugsgebiet: Stadt Nieder-Olm, VG Nieder-Olm, Budenheim, Undenheim, Friesenheim, Hahnheim, Selzen

Aus triftigen Gründen können auch Kinder aus anderen Gemeinden ein Gastschulverhältnis beantragen. Die Entscheidung wird im Einvernehmen mir der Schulbehörde und der regulär zuständigen Schule getroffen.

Probezeit:

Nach einer halbjährigen Probezeit wird durch die Klassenkonferenz geprüft, ob das Kind pädagogisch richtig eingestuft ist oder ein Wechsel in eine andere Schulart sinnvoller wäre. Erst dann findet nach Anhörung der Eltern die endgülige Aufnahme statt.

Wechsel des „Förderortes“:

Auf Antrag der Eltern (bis zum 1. Februar) kann eine Umschulung von einer Schwerpunktschule zur Förderschule und umgekehrt stattfinden. Der Wechsel erfolgt nach Durchlaufen bestimmter Verfahrensschritte und nach Entscheidung der Schulbehörde zum Beginn des darauf folgenden Schuljahres.